Curated Shopping? Let’s give it a try!

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Ich würde behaupten, dass mein Geschmack in Sachen Mode gefestigt ist. In den seltensten Fällen gehe ich mit einer ganz bestimmten Vorstellung im Kopf shoppen, meist lasse ich mich einfach von der jeweiligen Mode inspirieren und greife zu, wenn mich ein Kleidungsstück anspricht. Innerhalb weniger Sekunden beurteile ich, ob mir ein bestimmtes Teil zusagt oder nicht. Auch weiß ich mittlerweile sehr genau, welche Schnitte zu meinem Vorteil sind und welche Farben mich kleiden. Die lässigen, coolen und scheinbar mühelos zusammengestellten Streetstyles sehen beispielsweise an euch immer wesentlich besser aus als an mir selbst. Gleiches gilt übrigens auch für A-Linien Schnitte und Lederjacken 🙂

Mein Erfahrungsschatz baut allerdings nicht nur auf meinen eigenen Entscheidungen, er ist zum Großteil auch durch die Einflüsse meiner stets ehrlichen und objektiven Einkaufsbegleitung gewachsen. Eine Person, die selbst ein sehr ausgeprägtes und individuelles Stilempfinden besitzt und mir ihre unverblümte Meinung auch ungefragt mitteilt. Eine Art verbaler Spiegel sozusagen.

Dem eigenen Faible entgegen steht allerdings die Herausforderung, die Komfortzone zu verlassen und sich stilistisch auch auf anderen Ebenen zu bewegen. Mir persönlich wird das bewusst, wenn ich ein Top in der Hand halte, welches nicht den so vertrauten, taillierten Schnitt aufweist oder mich gar an „ausgefallene“ Musterungen und Farben wage. Dann bin ich auf einmal nicht mehr so selbstsicher und entscheidungsfreudig, man könnte fast sagen ich bin unsicher. Für diesen Fall greift meine Back-up Lösung, die charmant-authentische Shoppingbegleitung. Wenn auch sie keine wirkliche Meinung hat, ist das Teil gestorben. Und wenn es so richtig fürchterlich aussieht (das Model in der Hochglanzzeitschrift sah umwerfend darin aus!!!), liegen wir lachend auf dem Boden der Umkleide und können nur mit Mühe die Lachtränen unterdrücken.

In dieser Hinsicht habe ich großes Glück. So einen richtigen Fehlkauf hatte ich eigentlich noch nie, dafür aber jede Menge Spaß und lustige Erinnerungen.
Doch was macht jemand, der in Sachen Mode vielleicht nicht ganz so versiert ist und niemanden hat, der mit Rat und Tat zur Seite steht? Wie oft schon habe ich insbesondere in der Bank staunend Kollegen betrachtet und gedacht „wer um Himmels Willen hat dir denn zu diesem Stück geraten? Und warum hat dich niemand davon abgehalten, ausgerechnet die royalblaue Krawatte zum orangenen Kurzarmhemd zu wählen?“. Ich überspritze natürlich ein bisschen, doch ihr wisst, worauf ich hinaus will.

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Typbetonter und unabhängiger Modeberatung begegne ich im täglichen Leben sehr selten. Vielleicht auch, weil ich sie so selten in Anspruch nehme. In einer Gesellschaft, in sich die Provision des Mitarbeiters an den Verkaufszahlen bemisst ist das allerdings auch keine Überraschung. Warum also nicht mal den unkonventionellen Weg einschlagen und auf einen Service zurückgreifen, der aus Typberatung ein Geschäftsmodell entwickelt hat?
Curated shopping nennt sich dieser Service, der wie so vieles aus den Vereinigten Staaten zu uns übergeschwappt ist. Online-Stilexperten treffen eine Auswahl über individuelle Outfits, die dann bequem per Post nach Hause geliefert werden. Zielgruppe sind hauptsächlich Männer, dennoch gibt es mittlerweile auch zahlreiche Angebote für Frauen.

Zu denen bekanntesten Online Modeportale gehören beispielsweise Plattformen wie Modomoto, Outfittery, Zalon oder Kisura.
Das Prinzip ist so einfach wie simpel: Zunächst füllt man sein persönliches Stilprofil aus und teilt so den Anbietern seine Präferenzen und Preisvorstellungen mit. Ausgebildete Stilberater stellen daraufhin Outfits zusammen, die zum jeweiligen Typ Mensch und Anlass passen. Von casual bis formal, von sportlich bis elegant. Die Angebote sind meist unverbindlich und kostenlos – man behält nur, was einem auch gefällt.

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Die Vorteile eines solchen Service liegen auf der Hand: Neben Zeitersparnis erhoffen sich Nutzer vor allem die Chance auf eine modische Veränderung und neue Inspirationen für ihren Kleiderschrank. Meist meldet sich dazu der Stilberater persönlich, um Präferenz einzugrenzen und so nicht nur die Treffsicherheit eines Outfits, sondern auch die Kundenzufriedenheit zu steigern.

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„Traditionelles Shoppen hat mich schon immer überfordert. Portale wie Modomote beschränken die schiere Auswahl an Kleidungsstücken auf zwei komplette Outfits und berücksichtigen dabei immer meinen persönlichen Geschmack – eine großartige Sache!“ Steffen, 34 aus Frankfurt

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xcurated_shopping-kategorietext-outfittery_brief-jpg-pagespeed-ic-z_hzyedkrmKein Wunder also, dass Curated Shopping auch in Deutschland immer mehr Anklang findet. Was meist als Start-up Unternehmen anfing, ist heutzutage eine ernstzunehmende Alternative für den stationären Einzelhandel. Einige Curated Shopping Anbieter beschäftigen bereits mehr als 200 Mitarbeiter und beraten über 200.000 Kundenbeziehungen, Tendenz steigend.

Während ich selbst bisher noch keinen dieser Dienste in Anspruch genommen, bin ich dennoch unglaublich neugierig, was mich erwarten würden. Wer gerne noch mehr zu diesem Thema lesen möchte, dem kann ich diesen Artikel über einen authentischen Selbstversuch sehr empfehlen.

Fazit: Curated Shopping hat nicht nur in den USA eine echte Marktlücke besetzt, sondern ist auch hierzulande auf dem Vormarsch. Das Prinzip ist einfach, die Beratung hochwertig und individuell und der persönliche Aufwand für ein neues Outfit verschwindend gering. Ich persönlich habe mir zum Ziel gesetzt, trotz oder vielleicht gerade wegen meines eingespielten Modegeschmacks demnächst eines der obigen Curated Shopping Portale zu besuchen und frische Inspiration für mich und meinen Typ mitzunehmen.
Außerdem bin ich sehr gespannt, ob und welche Erfahrungen ihr bisher mit Curated Shopping gemacht habt? Ich freue mich auf eure Meinungen und Kommentare!

Autor: westendbirds

Corporate Fashion, Beauty and Lifestyle Blog

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